1. Ziele festlegen und aktuelle Website analysieren: Definieren Sie zu Beginn klar und messbar, was Sie mit der neuen Website erreichen wollen. Beispielziele sind etwa schnellere Ladezeiten, höhere Conversion-Rate oder mehr organischer Traffic. Analysieren Sie außerdem die bestehende Website: Welche Seiten bringen Besucher? Wo steigen Nutzer aus? Tools wie Google Analytics und Google Search Console liefern wertvolle Kennzahlen zur Verweildauer, Absprungrate und Top-Keywords. Kombinieren Sie diese Daten mit einem Content-Audit, um veraltete Inhalte zu identifizieren und Lücken aufzudecken. Nur mit einer soliden Bestandsaufnahme können Sie den Relaunch-Erfolg später messen. Wie die Webagentur Sixclicks betont: „Je präziser Sie Ziele definieren, desto besser ist Ihr Erfolg messbar“.
2. Staging-Umgebung einrichten: Arbeiten Sie zuerst in einer abgesicherten Testumgebung (Staging-System), bevor Sie die neue Website live schalten. Eine Staging-Umgebung kann ein Unterverzeichnis (z.B. /staging/ oder /test/) oder ein Passwort-geschützter Bereich sein. Wichtig ist, dass Suchmaschinen diese Testseite nicht indexieren können. Verwenden Sie dazu z.B. ein „noindex“-Meta-Tag oder den Eintrag in der robots.txt. So vermeiden Sie Duplicate-Content-Probleme. Sobald der Relaunch fertig ist und die Website auf die Live-Domain übertragen wird, müssen Sie die Sperre wieder entfernen. Häufig wird vergessen, das Noindex-Attribut zu löschen – dann findet Google die Seiten nicht mehr. Testen Sie daher vor dem Go-Live unbedingt, dass Ihre Staging-System komplett verborgen bleibt und später alle Schutzmaßnahmen aufgehoben sind.
3. Mobile-First / responsive Design prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihre neue Website auf allen Geräten optimal funktioniert. Google verwendet mittlerweile den Mobile-First-Index, d. h. Google zieht überwiegend die mobile Version zur Bewertung heran. Ein modernes Responsive Design passt sich automatisch an unterschiedliche Bildschirmgrößen an. Überprüfen Sie, dass Navigation, Schriften und Bilder auf Smartphones und Tablets einwandfrei angezeigt werden. Lassen Sie Ihre Seiten vor Go-Live auf verschiedenen Geräten und Bildschirmauflösungen testen. Nur so vermeiden Sie Darstellungsfehler und sorgen für eine gute Nutzererfahrung – ein wichtiger Faktor für SEO und Nutzerzufriedenheit.
4. Domain, SSL- und Infrastruktur: Klären Sie technische Rahmenbedingungen: Wird die Domain gleich bleiben oder ziehen Sie um? Bei einem Domainwechsel müssen Sie früher oder später alle alten Links auf die neue Domain per Redirect umbiegen. Prüfen Sie auch Hosting und Serverkonfiguration: Ein leistungsfähiger Server und eine aktuelle PHP-Version (oder entsprechende Technologie) sind vor allem für große Websites wichtig. Ein weiterer Punkt ist die Sicherheit: Nutzen Sie ein SSL-Zertifikat und aktivieren Sie HTTPS für Ihre Domain. Die Implementierung der SSL-Verschlüsselung ist nicht nur aus Datenschutzgründen unerlässlich, sondern wirkt sich auch positiv auf das Google-Ranking aus. Altlasten wie abgelaufene Zertifikate oder eine noch immer unsichere HTTP-Verbindung können beim Launch kostspielige Probleme verursachen.
5. Saubere URL-Struktur planen: Erarbeiten Sie eine logische und suchmaschinenfreundliche URL-Hierarchie für Ihre neue Website. Jede URL sollte kurz, verständlich und mit relevanten Keywords versehen sein. Vermeiden Sie kryptische Pfade oder lange Zahlen-Strings (z.B. /index.php?id=12345) und setzen Sie stattdessen sprechende Pfade wie /kategorie/produktname/ ein. Anhand der URL sollte bereits erkennbar sein, welche Inhalte sich auf der Seite befinden. Beim Redesign sollten Sie wichtige SEO-Keywords in den URLs berücksichtigen, ohne zu überoptimieren. Ein Tipp: Wenn bestehende Seiten bereits für bestimmte Keywords gut ranken, behalten Sie deren Adressen möglichst bei – ansonsten planen Sie die neuen URLs im Vorfeld und dokumentieren sie. Diese URL-Liste bildet später die Basis für 301-Weiterleitungen (siehe nächsten Punkt).
6. 301-Weiterleitungen einrichten: Es ist fast unvermeidlich, dass sich beim Relaunch viele URLs verändern. Um zu verhindern, dass Sie mühsam erarbeitete Suchmaschinen-Rankings verlieren, müssen alte URLs dauerhaft auf die neuen Seiten weiterleiten (301-Redirect). Erfassen Sie vor dem Launch alle bestehenden URLs (z.B. mit Crawling-Tools wie Screaming Frog) und erstellen Sie ein Weiterleitungs-Skript oder nutzen Sie cms-interne Redirect-Manager. Tragen Sie in einer Tabelle jeweils alte und neue Seite zusammen. Sollte eine alte Seite komplett entfallen, leiten Sie sie mindestens auf eine inhaltlich nahe Seite oder notfalls auf die Startseite weiter. So signalisieren Sie Google, dass der Inhalt dauerhaft umgezogen ist. Nach dem Go-Live sollten Sie die Funktionstüchtigkeit aller Weiterleitungen prüfen (z.B. über Crawling oder manuelles Testen) und sicherstellen, dass keine 404-Fehler auftreten.
7. Meta-Titel und -Beschreibung optimieren: Nutzen Sie den Relaunch, um alle Title-Tags und Meta-Descriptions zu überprüfen und zu aktualisieren. Jeder Seitentitel sollte aussagekräftig sein und die wichtigsten Keywords enthalten. Empfehlenswert sind etwa 50–60 Zeichen – alles darüber wird abgeschnitten. Fehlt ein Titel, wählt Google oft automatisch einen weniger relevanten Text. Apropos Beschreibung: Für jede Seite sollten Sie eine einzigartige Meta-Description (etwa 120–160 Zeichen) hinterlegen, die das Interesse der Suchenden weckt. Ein kurzer Call-to-Action wie „Jetzt mehr erfahren“ kann helfen, die Klickrate zu erhöhen. Vergewissern Sie sich, dass bei allen neuen und überarbeiteten Seiten Titel und Description vor dem Livegang eingetragen sind. Diese OnPage-Optimierungen sind günstig, um Ihre Rankings zu sichern und gleichzeitig Nutzer anzuziehen.
8. Überschriften und Inhalte strukturieren: Achten Sie darauf, dass die Textstruktur Ihrer Website klar und logisch ist. Nutzen Sie HTML-Headings, um den Inhalt Ihrer Seiten zu gliedern. Jede Seite sollte genau eine H1-Überschrift haben – darin gehören die wichtigsten Keywords der Seite. Verwenden Sie zusätzlich wenige H2-Überschriften, um die Hauptthemen zu unterteilen. Markieren Sie inhaltlich klare Punkte (z.B. Einleitung, Produktmerkmale, Kontakt) mit entsprechenden Überschriften. So fällt es Suchmaschinen leichter, Ihre Inhalte zu erfassen, und Leser finden sich schneller zurecht. Passen Sie zudem Ihre Texte inhaltlich an: Entfernen Sie veraltete Informationen, ergänzen Sie neue Inhalte, die Ihren Besuchern einen Mehrwert bieten, und integrieren Sie relevante Keywords sinnvoll (Customer Centricity). Vergessen Sie auch nicht, Bilder mit sprechenden Dateinamen und aussagekräftigen Alt-Attributen zu versehen – dies optimiert die Seite zusätzlich für die Bildersuche und Barrierefreiheit.
9. Canonical-Tags einsetzen: Doppelte Inhalte können Ihrem Ranking schaden. Falls bestimmte Inhalte über mehrere URLs abrufbar sein könnten (z.B. bei ähnlichen Artikeln oder Shop-Varianten), setzen Sie rel="canonical"-Tags ein. Mit dem Canonical-Tag weisen Sie Google auf die Hauptversion eines Inhalts hin und vermeiden so Probleme durch „Duplicate Content“. Achten Sie darauf, ein Canonical-Tag nur bei echten Duplikaten zu verwenden. Wird es versehentlich auf eine eigentlich eigenständige Seite gesetzt, könnte diese gar nicht indexiert werden. Wenn keine Duplikate vorliegen, reicht es meistens, jede Seite kanonisch auf sich selbst zu setzen. Gerade große Online-Shops nutzen Canonicals häufig, um Mehrfachbeschreibungen zu vereinheitlichen.
10. Interne Verlinkung überprüfen: Überarbeiten Sie die interne Linkstruktur zum Besten. Eine durchdachte interne Verlinkung hilft Google zu verstehen, welche Seiten thematisch zusammenhängen und welche Inhalte besonders wichtig sind. Verlinken Sie zentrale Seiten von relevanten Unterseiten aus, z.B. wichtige Produkt- oder Informationsseiten. Verwenden Sie dabei aussagekräftige Ankertexte, die das Ziel der Verlinkung beschreiben. Generische Links wie „hier klicken“ oder „mehr“ sollten Sie vermeiden. Setzen Sie stattdessen Keywords im Linktext ein, die zu den Inhalten passen. So navigieren sowohl Nutzer als auch Crawler effizient durch Ihre Website – ein deutlicher Pluspunkt für Usability und SEO.
11. 404-Fehlerseite gestalten: Achten Sie darauf, dass Ihre Website eine benutzerfreundliche 404-Fehlerseite besitzt. Kommt ein User über eine ungültige URL auf Ihre Seite, sollte er nicht in einer Sackgasse landen. Gestalten Sie die 404-Seite mit Ihrer normalen Navigation und ggf. einer Suchfunktion, damit Besucher weiterhin relevante Inhalte finden können. Idealerweise wird der Besucher per Sprache oder Grafik darauf hingewiesen, dass die gesuchte Seite nicht existiert, und ihm sinnvolle Alternativen (z.B. Startseite oder Kontakt) angeboten. Die Seite sollte weiterhin den HTTP-Statuscode 404 zurückgeben und dem Nutzer Möglichkeiten bieten, andere Inhalte der Website aufzurufen. So halten Sie Nutzer im eigenen Webauftritt, statt sie frustriert abspringen zu lassen.
12. Performance und Ladezeiten optimieren: Die Ladegeschwindigkeit ist für Nutzer und Suchmaschinen entscheidend. Analysieren Sie mit Tools wie Google PageSpeed Insights oder GTmetrix die Performance Ihrer Seiten und optimieren Sie sie gezielt. Oft helfen bereits einfache Maßnahmen: Komprimieren Sie Bilder, minimieren Sie CSS- und JavaScript-Dateien und aktivieren Sie Server Caching. Bei Website-Relaunches werden häufig hohe Erwartungen an schnelle Ladezeiten gestellt – kontinuierliches Monitoring mit PageSpeed Insights kann hier zu deutlichen Verbesserungen führen. Planen Sie genügend Entwicklungszeit ein, um Performance-Reviews durchzuführen. Je geringer die Ladezeiten, desto besser das Benutzererlebnis und das Google-Ranking.
13. Tracking-Codes übernehmen: Vergessen Sie nicht, alle Tracking- und Analyse-Codes von der alten auf die neue Website zu übertragen. Das betrifft insbesondere Google Analytics, Google Ads Conversion-Tracking oder Facebook-Pixel-Skripte. Enthalten aktive Werbekampagnen oder Newsletter-Formulare Tracking Tags, müssen diese im Quellcode erneut eingebunden werden. Sonst gehen wertvolle Daten (z.B. zu Leads oder Verkäufen) verloren. Überprüfen Sie vor dem Launch außerdem, ob alle Conversion-Ziele (z.B. Formular-Absenden oder Kaufabschluss) in den Analyse-Tools weiterhin korrekt erfasst werden. Ein umfassender QA-Test nach Go-Live hilft, eventuelle Lücken aufzuspüren.
14. XML-Sitemap & Google Search Console: Erstellen oder aktualisieren Sie die XML-Sitemap Ihrer Website und reichen Sie sie in der Google Search Console ein. So vermitteln Sie Google alle wichtigen URLs auf einen Schlag. Nach dem Relaunch sollte Googlebot Ihre neue Sitemap crawlen und indexieren können. Nutzen Sie dafür die „URL-Prüfung“ in der Search Console und beobachten Sie den Indexierungs-Status. Nach dem Launch sollte die neue Sitemap zeitnah bei Google eingereicht und das Crawling überwacht werden. Bedenken Sie auch, die robots.txt zu überprüfen: Sie sollte keine versehentlichen Sperren mehr enthalten (Kein Disallow mehr auf wichtige Seiten!), damit der Crawler alle Inhalte findet.
15. Umfangreiche Tests vor dem Launch: Führen Sie abschließend einen vollständigen technischen Check durch. Testen Sie die Website in allen gängigen Browsern (Google Chrome, Safari, Firefox, Edge usw.) und auf verschiedenen Endgeräten. Überprüfen Sie alle Funktionen – Kontakte-Formulare, Login-Bereiche, Bestellprozesse, Filterfunktionen und interaktive Elemente müssen reibungslos arbeiten. Nutzen Sie Crawling-Tools, um nach Broken Links oder nicht implementierten Weiterleitungen zu suchen. Testen Sie außerdem, ob alle neuen Bilder und Skripte korrekt geladen werden (auch wenn JavaScript deaktiviert ist). Schlechtes Rendering oder kritische Fehler bei der richtigen Umgebung können Google das Crawlen erschweren. Planen Sie auch den Zeitpunkt für den Livegang: Starten Sie den Livegang außerhalb von Stoßzeiten oder am besten unter der Woche, damit ein Entwicklerteam im Notfall schnell reagieren kann. Erst wenn alle Tests zufriedenstellend verlaufen sind, steht dem endgültigen Go-Live nichts mehr im Wege.