Bevor wir auf den Pimcore Data Hub und GraphQL eingehen, erklären wir kurz, was Pimcore ist. Pimcore ist eine führende Open-Core-Plattform für Daten- und Experience-Management. Sie vereint Funktionen zur Verwaltung von Produkt- und Stammdaten (PIM/MDM), von digitalen Medien (DAM) sowie von Inhalten für Websites (CMS/UX) und E-Commerce in einem System. Dank dieser Vielseitigkeit lässt sich eine große Menge an Daten zentral organisieren: Produktkataloge, Bilder, Dokumente und Webseiten-Inhalte können an einem Ort verwaltet und in allen Ausgabekanälen konsistent bereitgestellt werden.

Was ist eine API?

Eine API (Application Programming Interface) ist eine definierte Schnittstelle, über die verschiedene Software-Komponenten oder Systeme miteinander kommunizieren können. APIs dienen als Vermittler: Sie legen fest, wie Daten angefragt und ausgetauscht werden. Beispielsweise greift eine Wetter-App über die API eines Wetterdienstes auf aktuelle Wetterdaten zu. APIs rationalisieren so Geschäftsprozesse und verbinden Unternehmen mit Kunden, Partnern und internen Systemen. Sie bilden das Rückgrat moderner Anwendungen, da sie Abläufe automatisieren und eine effiziente Integration ermöglichen.

Was ist GraphQL?

GraphQL ist eine Abfragesprache und Laufzeitumgebung für APIs. Im Unterschied zu klassischen REST-Schnittstellen arbeitet eine GraphQL-API über einen einzigen Endpunkt: Der Client kann genau definieren, welche Datenpunkte (Felder) er benötigt, und erhält nur diese im Ergebnis. Dieser Ansatz minimiert Übertragungslasten und macht den Datenaustausch sehr effizient. GraphQL wurde 2015 von Facebook als Alternative zu REST eingeführt und wird heute von vielen Plattformen unterstützt. Pimcore selbst bietet native GraphQL-Unterstützung: Die Datahub-Komponente von Pimcore nutzt GraphQL, um Daten abzufragen und zu liefern. So können Entwickler in ihren Anwendungen das abfragen, was sie wirklich brauchen, ohne umständliche Endpunktkonfigurationen.

Pimcore Data Hub (Community Edition)

Der Pimcore Data Hub ist eine Daten-Drehscheibe innerhalb von Pimcore. Offiziell wird der Data Hub beschrieben als "Data delivery and consumption platform", die verschiedene Ein- und Ausgabekanäle in einem einfach konfigurierbaren System auf Pimcore integriert. In der Praxis bedeutet das: Über den Data Hub lässt sich festlegen, welche Daten aus dem Pimcore-System nach außen verfügbar gemacht werden – und zwar bequem über eine grafische Benutzeroberfläche.

In der Standardkonfiguration des Data Hub ist eine GraphQL-API enthalten. Das heißt: Nach dem Setup steht sofort mindestens ein GraphQL-Endpunkt zur Verfügung, über den sich Pimcore-Inhalte abfragen lassen. Entwickler können im Pimcore-Backend per Drag & Drop bestimmen, welche Klassen, Datenobjekte, Dokumente oder Mediendateien im GraphQL-Schema enthalten sein sollen. Zusätzlich bietet Pimcore ein integriertes Tool namens GraphiQL, mit dem man interaktiv im Browser GraphQL-Abfragen testen kann. Diese Vorgehensweise macht Data Hub äußerst flexibel – ohne dass man kompliziert selbst Schema-Dateien schreiben müsste.

 

  • Einfache Schnittstellendefinition: In der Community Edition muss der Data Hub als Plugin installiert werden. Laut Pimcore-Dokumentation ist der Data Hub „on top of Pimcore“ als Plugin verfügbar; in der Demo-Installation ist es meist bereits vorinstalliert. Andernfalls lässt sich der Data Hub per Composer hinzufügen. Anschließend können über die Data-Hub-Oberfläche beliebig viele Endpunkte definiert werden, zum Beispiel für verschiedene Zielsysteme oder Datenmodelle.

 

  • GraphQL-Integration: Der Schwerpunkt liegt auf der GraphQL-Schnittstelle. Jeder Data-Hub-Endpunkt bietet ein generiertes GraphQL-Schema. Clients (z.B. Web-Apps, Mobile Apps) können gegen diesen Endpunkt beliebige Queries schicken. Da Pimcore die eigentliche Datenlieferung übernimmt, müssen Sie sich nur noch überlegen, welche Felder Ihre Anwendung braucht – Data Hub kümmert sich um den Rest.

 

  • Zentrale Datenaufbereitung: Die Oberfläche des Data Hubs erlaubt es, Daten vor der Ausgabe zu transformieren oder zu filtern. So können beispielsweise Feldnamen angepasst, Inhalte übersetzt oder für bestimmte Kanäle eingeschränkt werden. Über Workspaces und Schemata lassen sich gezielt Teilbäume des Datenbestands für unterschiedliche Endpunkte freigeben.

 

  • Vielzahl an Datenmodellen: Pimcore kann Daten aus PIM/MDM (z.B. Produktinformationen), DAM (z.B. Bilder, Dokumente) oder beliebigen DataObject-Klassen bereitstellen. Data Hub unterstützt alle gängigen Datentypen. Über die adapterbasierte Architektur können bei Bedarf auch REST-Ausgänge oder Dateiexporte konfiguriert werden – in der Community-Version jedoch nur die GraphQL-Methodik.

 

Für Unternehmen ist das besonders spannend, weil die kostenlose Pimcore Community Edition bereits alle wesentlichen Module beinhaltet. Damit stehen PIM, DAM und CMS kostenlos zur Verfügung. Pimcore Data Hub lässt sich als Open-Source-Plugin ergänzen – so kann man ohne zusätzliche Lizenzkosten sofort beginnen, eigene Schnittstellen zu bauen. In der Praxis bedeutet das: Sie erhalten eine professionelle Headless-Plattform, die Daten konsistent verwaltet und per GraphQL an Webseite, App oder Drittsystem liefert.

Anwendungsbeispiele

Die Kombination aus Pimcore Data Hub und GraphQL macht Pimcore zu einem echten Headless-Datenlieferant. Im Prinzip kann jede Anwendung via GraphQL auf Pimcore zugreifen. Hier fünf beispielhafte Einsatzszenarien:

 

  • Web-Frontends und Single-Page-Apps: Moderne Webanwendungen, die mit Frameworks wie React, Vue.js oder Angular entwickelt wurden, sind prädestiniert für GraphQL. Pimcore kann hier als Headless-CMS und -PIM dienen: Über den Data Hub bekommen die Apps auf Anfrage genau die Daten (z.B. Produktinfos, Texte, Bilder) geliefert, die sie für die Darstellung brauchen. Laut Pimcore-Blog ist Pimcore mit „allen Anwendungen kompatibel, die GraphQL-basierte Inhalte abfragen“ können – darunter React, Vue, Angular. So lassen sich etwa Kundenportale, Marketing-Webseiten oder Dashboard-Apps realisieren, ohne separate APIs oder Exportdumps aufbauen zu müssen.

 

  • Jamstack und statische Seiten: Auch statische Website-Generatoren profitieren von Pimcore-Daten. Tools wie Next.js, Gatsby oder Hugo können während des Build-Prozesses über GraphQL Inhalte abrufen. Sie bauen so hochperformante statische Seiten, die trotzdem dynamische Daten aus Pimcore nutzen. Pimcore unterstützt dieses Architekturprinzip explizit: Content und Produktdaten können in Minuten an den passenden Kanal ausgeliefert werden. Unternehmen haben so etwa einen blitzschnellen Produktkatalog oder eine Kampagnenwebsite mit Pimcore-Daten im Hintergrund.

 

  • Mobile Apps (Smartphone/Tablets): Native Applikationen (iOS/Android) oder progressive Web-Apps (PWA) greifen in der Regel über eine API auf zentral gespeicherte Daten zu. Der Pimcore Data Hub kann hier als Backend dienen: Verkaufs-Apps, Produktkatalog-Apps oder Kundenservice-Tools werden via GraphQL mit Inhalten versorgt. Da GraphQL nur die abgefragten Felder liefert, ist der Datenverkehr schlank und offline-freundlich. Ein Beispiel wäre eine Vertriebs-App, die aktuelle Artikel jeweils nur mit Titel, Bild-URL und aktuellem Lagerbestand über GraphQL abruft und für den Außendienst anzeigt. Auch Chatbots und Voice-Assistant-Integrationen können über GraphQL Informationen aus Pimcore ziehen – etwa Produktbeschreibungen oder Katalogdaten.

 

  • E-Commerce und Shop-Systeme: Egal, ob klassischer Onlineshop oder modernes Headless Commerce-Frontend – sie benötigen Produktdaten, Preise, Bilder und Beschreibungen. Pimcore eignet sich als zentrales PIM-System: Über den Data Hub liefert Pimcore sämtliche erforderlichen Produkt- und Mediendaten an das Shop-Frontend. Das Frontend muss nur über GraphQL die benötigten Produktinformationen anfordern. In vielen Projekten kommt eine solche Architektur zum Einsatz, weil sie PIM und Frontend sauber trennt. Laut Pimcore-Dokumentation lässt sich konkret „Pimcore an beliebige andere Systeme anbinden – z.B. Backend-Anwendungen wie ERP-Systeme oder Frontend-Anwendungen wie Ihr Storefront“. Damit sind Beispiele bis hin zu Headless-Storefronts oder Warenwirtschaftssystemen denkbar.

 

  • Unternehmenssysteme (ERP/CRM/BI): Auch klassische Drittsysteme wie ERP- oder CRM-Software sowie Business-Intelligence-Tools können von Pimcore als Datenquelle mittels GraphQL profitieren. So kann etwa ein ERP-System (z.B. SAP) Stammdaten oder Lagerbestände direkt aus Pimcore abfragen, ohne Daten manuell synchronisieren zu müssen. Genauso könnten BI-Tools oder Analyse-Dashboards Live-Daten (Verkaufszahlen, Bestände, Kundendaten) über individuelle GraphQL Queries ziehen. Da Data Hub mehrere Endpunkte unterstützt, lässt sich die Schnittstelle jeweils auf das Datenmodell und die Zugriffsrechte des jeweiligen Systems zuschneiden. Auf diese Weise erhalten alle Systeme den „Single Point of Truth“ in Form der zentral verwalteten Pimcore-Daten.

Ihre erfahrene Digitalagentur für Pimcore-Schnittstellen

Als Digitalagentur mit über 25 Jahren Erfahrung im Web-Bereich stehen wir Ihnen bei der Umsetzung solcher Schnittstellenprojekte zur Seite. Die Viucom Digitalagentur aus Freilassing verfügt über umfassende Expertise in Pimcore, OpenDXP und vielen weiteren Web-Technologien. Wir haben zahlreiche maßgeschneiderte Pimcore-Lösungen realisiert, von einfachen Unternehmenswebseiten über komplexe Online-Shops bis hin zu umfangreichen PIM-/MDM-Projekten. Dabei haben wir uns auf API- und Schnittstellenentwicklung spezialisiert: Ob Sie Daten mit externen Systemen verknüpfen oder Ihr Frontend über GrafQL anbinden wollen – wir kennen Pimcore in- und auswendig und entwickeln individuell passende Lösungen.

Vertrauen Sie auf unsere langjährige Praxis und unser technisches Know-how. Wir beraten Sie persönlich, planen gemeinsam die Architektur und begleiten Ihr Projekt von der Idee über die Entwicklung bis zum Go-Live und darüber hinaus. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Fragen zu Pimcore Data Hub, GraphQL oder anderen Schnittstellen haben. Zusammen realisieren wir digitale Projekte, die nicht nur modern aussehen, sondern auch messbare Erfolge bringen.

Autor des Beitrags
Dipl.-Ing. Simon Back - Geschäftsführer und technischer Leiter der Viucom Digitalagentur in Freilassing bei Salzburg im Berchtesgadener Land | © Dipl.-Ing. Simon Back - Geschäftsführer und technischer Leiter der Viucom Digitalagentur in Freilassing bei Salzburg im Berchtesgadener Land
Simon Back
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