SEO beim Domainumzug: Was müssen Unternehmen unbedingt beachten?
Ein Domainumzug ist aus SEO-Sicht immer kritisch. Bereits kleine Fehler bei Weiterleitungen, Canonical-Tags, internen Links oder der Indexierungssteuerung können dazu führen, dass Rankings, Sichtbarkeit und organischer Traffic deutlich zurückgehen. Ein Domainumzug sollte deshalb sorgfältig geplant, technisch geprüft und auf jeden Fall von erfahrenen SEO- und Web-Experten durchgeführt oder begleitet werden.
Das gilt besonders für Unternehmen, deren Website regelmäßig qualifizierte Anfragen, Bewerbungen oder Verkäufe generiert. Wird die Domain gewechselt, steht nicht nur ein technischer Umzug an. Suchmaschinen müssen verstehen, dass die Inhalte dauerhaft unter neuen Adressen erreichbar sind und bestehende Signale auf die neue Domain übertragen werden sollen.
In diesem Beitrag erklären wir, was ein Domainumzug ist, welche SEO-Risiken bestehen und wie Sie den Wechsel Schritt für Schritt vorbereiten. Außerdem erfahren Sie, welche Redirect Status Codes eingesetzt werden sollten, welche Bedeutung das Domain-Alter hat und wie sich typische Fehler vermeiden lassen.
Was versteht man unter einem Domainumzug?
Bei einem Domainumzug wird eine bestehende Website von einer Domain auf eine andere Domain übertragen. Aus einer Adresse wie www.alte-domain.de wird beispielsweise www.neue-domain.de. Da sich dadurch alle vollständigen URLs der Website ändern, handelt es sich aus Sicht von Suchmaschinen um einen Website-Umzug mit URL-Änderungen.
Ein Domainumzug kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein:
- Das Unternehmen erhält einen neuen Namen.
- Eine Marke wird neu positioniert.
- Mehrere Unternehmenswebsites sollen zusammengeführt werden.
- Eine internationale Domainstrategie wird eingeführt.
- Eine kurze oder besser merkbare Domain wurde erworben.
- Nach einer Fusion oder Übernahme soll eine gemeinsame Website entstehen.
- Die bisherige Domain passt nicht mehr zum Angebot oder zur Zielgruppe.
Ein Domainumzug ist nicht mit einem reinen Hosting-Umzug gleichzusetzen. Bei einem Hosting-Wechsel bleibt die sichtbare URL in der Regel unverändert. Bei einem Domainwechsel ändern sich dagegen die Adressen aller Seiten. Google unterscheidet deshalb zwischen einem Infrastrukturwechsel ohne URL-Änderungen und einem Website-Umzug mit URL-Änderungen. developers.google.com
Auch ein Wechsel von einer Subdomain auf eine andere Subdomain oder von einer länderspezifischen Domain auf eine andere Domain kann als Domainumzug gelten. Entscheidend ist, ob sich die für Nutzer und Suchmaschinen sichtbaren URLs ändern.
Warum ist ein Domainumzug für SEO so kritisch?
Suchmaschinen bewerten keine abstrakten Inhalte, sondern konkrete URLs. Jede indexierte Adresse besitzt eine eigene Historie und kann Rankings, Backlinks, Nutzersignale sowie weitere Qualitäts- und Relevanzsignale aufgebaut haben. Nach einem Domainumzug muss Google jede alte URL erneut aufrufen, die Weiterleitung erkennen, die neue URL crawlen und die vorhandenen Signale schrittweise neu zuordnen.
Google weist darauf hin, dass bei umfangreichen Website-Umzügen vorübergehende Schwankungen in den Suchergebnissen normal sind. Bei mittelgroßen Websites kann es mehrere Wochen dauern, bis überwiegend die neuen URLs in den Suchergebnissen erscheinen. Bei umfangreichen Portalen oder Onlineshops kann der Prozess länger dauern. developers.google.com
Ein Domainumzug kann insbesondere dann zu dauerhaften SEO-Verlusten führen, wenn:
- alte URLs nicht weitergeleitet werden,
- alle Seiten pauschal auf die neue Startseite verweisen,
- temporäre statt permanente Redirects verwendet werden,
- Weiterleitungsketten oder Redirect-Schleifen entstehen,
- wichtige Inhalte nicht auf die neue Domain übernommen werden,
- interne Links weiterhin zur alten Domain führen,
- Canonical-Tags auf alte URLs verweisen,
- die neue Domain versehentlich durch robots.txt oder noindex blockiert wird,
- XML-Sitemaps falsche oder nicht indexierbare URLs enthalten,
- Tracking, Consent Management oder Conversion-Messung ausfallen,
- gleichzeitig Domain, Design, CMS, Inhalte und URL-Struktur verändert werden.
Google empfiehlt, bei einem Website-Umzug möglichst nur eine wesentliche Änderung zur selben Zeit durchzuführen. Ein Domainumzug sollte daher nach Möglichkeit nicht gleichzeitig mit einem vollständigen Relaunch, einem CMS-Wechsel und einer grundlegenden Überarbeitung aller Inhalte stattfinden. developers.google.com
Domainumzug vorbereiten: Die Bestandsaufnahme
Die wichtigste Grundlage für einen erfolgreichen Domainumzug ist eine vollständige Übersicht aller bestehenden URLs. Ohne ein zuverlässiges URL-Inventar können Weiterleitungen weder geplant noch vollständig getestet werden.
Für die Bestandsaufnahme sollten Daten aus mehreren Quellen kombiniert werden:
- URLs aus dem Content-Management-System oder Shopsystem
- URLs aus bestehenden XML-Sitemaps
- organische Landingpages aus der Google Search Console
- Landingpages aus Google Analytics oder einer anderen Webanalyse
- URLs aus Server-Logfiles
- durch einen Crawler gefundene interne URLs
- Seiten mit externen Backlinks
- PDFs, Bilder, Downloads und andere indexierbare Dateien
- Landingpages aus Google Ads und anderen Kampagnen
Das URL-Inventar sollte mindestens den bisherigen Status Code, den Seitentitel, die Indexierbarkeit, den Canonical-Tag, den organischen Traffic und das geplante Weiterleitungsziel enthalten. Besonders wichtige Seiten können zusätzlich nach Rankings, Backlinks, Conversions und Umsatz priorisiert werden.
Eine solche Dokumentation ist nicht nur für die technische Umsetzung wichtig. Sie bildet auch die Grundlage für Qualitätssicherung, Projektsteuerung und Erfolgskontrolle.
Das URL-Mapping als Herzstück des Domainumzugs
Beim URL-Mapping wird jeder relevanten alten URL eine passende neue URL zugeordnet. Im Idealfall bleibt die bisherige URL-Struktur erhalten und lediglich die Domain ändert sich.
Aus www.alte-domain.de/leistungen/seo/ wird dann beispielsweise www.neue-domain.de/leistungen/seo/. Diese direkte Zuordnung erleichtert Suchmaschinen die Verarbeitung des Domainumzugs und reduziert die technische Komplexität.
Ändert sich gleichzeitig die Seitenstruktur, muss für jede alte Adresse das fachlich passendste neue Ziel bestimmt werden. Eine Produktdetailseite sollte auf das entsprechende Produkt und ein Fachartikel auf den entsprechenden neuen Fachartikel weiterleiten.
Eine pauschale Weiterleitung aller alten URLs auf die neue Startseite ist keine geeignete Strategie. Google warnt davor, viele alte Adressen auf ein einziges irrelevantes Ziel umzuleiten. Solche Weiterleitungen können als Soft-404 behandelt werden. developers.google.com
Gibt es für einen alten Inhalt keinen sinnvollen Ersatz, sollte geprüft werden, ob ein Status Code 404 oder 410 fachlich korrekter ist. Wurde der alte Inhalt mit anderen Inhalten zusammengeführt, kann eine Weiterleitung auf die neue konsolidierte Seite sinnvoll sein.
Die richtigen Weiterleitungen beim Domainumzug
Die Weiterleitungen entscheiden maßgeblich darüber, ob Nutzer und Suchmaschinen die neuen Inhalte zuverlässig erreichen. Für einen dauerhaften Domainumzug sollten serverseitige permanente Redirects eingesetzt werden.
301 Moved Permanently
Der Status Code 301 signalisiert, dass eine Ressource dauerhaft an eine neue Adresse verschoben wurde. Er ist für klassische Domainumzüge in vielen Fällen die etablierte und geeignete Lösung. Google empfiehlt permanente serverseitige Redirects, wenn die neue URL dauerhaft in den Suchergebnissen erscheinen soll. developers.google.com
308 Permanent Redirect
Auch der Status Code 308 kennzeichnet eine dauerhafte Weiterleitung. Im Unterschied zu 301 stellt 308 klar, dass die ursprüngliche HTTP-Methode bei der Weiterleitung nicht verändert werden darf. Dies kann beispielsweise bei Formularen, APIs und POST-Anfragen relevant sein. Die genaue technische Semantik der Status Codes ist im HTTP-Standard RFC 9110 definiert. rfc-editor.org
302 Found und 307 Temporary Redirect
Die Status Codes 302 und 307 stehen grundsätzlich für temporäre Weiterleitungen. Sie sind nicht die richtige Standardlösung für einen dauerhaften Domainumzug. Temporäre Redirects signalisieren, dass die ursprüngliche URL weiterhin relevant bleiben kann.
| Status Code | Bedeutung | Einsatz beim Domainumzug |
|---|---|---|
| 301 | Dauerhaft verschoben | Für permanente URL- und Domainwechsel geeignet |
| 308 | Dauerhaft verschoben, HTTP-Methode bleibt erhalten | Für permanente Weiterleitungen mit speziellen technischen Anforderungen |
| 302 | Temporär verschoben | Für einen dauerhaften Domainumzug in der Regel nicht geeignet |
| 307 | Temporär verschoben, HTTP-Methode bleibt erhalten | Nur bei tatsächlich vorübergehenden Änderungen |
| 404 | Ressource nicht gefunden | Wenn kein Inhalt und kein sinnvoller Ersatz mehr vorhanden ist |
| 410 | Ressource dauerhaft entfernt | Wenn ein Inhalt bewusst und endgültig gelöscht wurde |
Google gibt an, dass 301 und andere permanente Weiterleitungen nicht automatisch zu einem Verlust von PageRank führen. Voraussetzung ist jedoch, dass Redirects korrekt eingerichtet werden und auf relevante Ziele zeigen. developers.google.com
Weiterleitungsketten und Redirect-Schleifen vermeiden
Jede alte URL sollte möglichst direkt auf ihr endgültiges neues Ziel weiterleiten. Eine Kette wie alte URL zu Zwischen-URL zu neue URL verursacht zusätzliche Ladezeit, erhöht die Fehleranfälligkeit und erschwert Suchmaschinen die Verarbeitung.
Bestehende Redirect-Regeln aus früheren Relaunches müssen deshalb überprüft und bereinigt werden. Eine sehr alte URL sollte nicht zuerst auf eine jüngere Adresse der alten Domain und anschließend auf die neue Domain weiterleiten. Besser ist ein direkter Redirect zum endgültigen Ziel.
Google kann mehrere Weiterleitungsschritte verfolgen, empfiehlt jedoch, Redirect-Ketten möglichst kurz zu halten. Idealerweise wird direkt auf die finale URL weitergeleitet. developers.google.com
Redirect-Schleifen sind noch problematischer. Sie entstehen, wenn sich zwei oder mehr URLs gegenseitig weiterleiten. Nutzer sehen dann eine Fehlermeldung und Suchmaschinen können das Ziel nicht crawlen. Vor dem Go-Live müssen daher sämtliche Redirects automatisiert getestet werden.
Welche Bedeutung hat das Domain-Alter?
Das Domain-Alter wird bei einem Domainumzug häufig überschätzt oder zu stark vereinfacht betrachtet. Eine lange registrierte Domain ist nicht automatisch eine starke Domain. Entscheidend sind vor allem die tatsächliche Nutzung, die Qualität der Inhalte, die vorhandenen Backlinks und die bisherige Historie.
Vor dem Kauf oder Einsatz einer neuen Domain sollte deshalb geprüft werden:
- Wann wurde die Domain registriert?
- Wurde sie bereits für eine andere Website verwendet?
- Welche Inhalte waren früher dort erreichbar?
- Existieren problematische oder themenfremde Backlinks?
- Wurde die Domain für Spam, Malware oder unseriöse Inhalte verwendet?
- Gibt es manuelle Maßnahmen in der Google Search Console?
- Ist die Domain markenrechtlich und strategisch geeignet?
Aktuelle öffentlich verfügbare Registrierungsdaten können beispielsweise über das ICANN Lookup Tool geprüft werden. Das Tool verwendet RDAP und zeigt die verfügbaren Registrierungsinformationen an. lookup.icann.org
Wenn Sie eine bereits verwendete Domain übernehmen, sollten Sie diese unbedingt in der Google Search Console verifizieren und den Bericht zu manuellen Maßnahmen kontrollieren. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass auch neu erworbene Websites von früheren Verstößen betroffen sein können. support.google.com
Wichtig ist außerdem, dass das Alter der bisherigen Domain nicht einfach als isolierter Wert auf die neue Domain übertragen wird. Übertragen werden können vor allem URL-bezogene Signale, wenn Google den Domainumzug durch konsistente permanente Redirects, Canonical-Tags, interne Links und weitere Hinweise eindeutig nachvollziehen kann.
Technische SEO-Prüfungen vor dem Go-Live
Die neue Domain sollte vor dem öffentlichen Wechsel vollständig getestet werden. Während der Entwicklungsphase wird eine Staging-Website häufig mit einem Passwort, einer noindex-Anweisung oder einer robots.txt-Sperre geschützt. Zum Go-Live müssen alle unbeabsichtigten Blockierungen entfernt werden.
Google weist darauf hin, dass eine robots.txt-Datei in erster Linie das Crawling steuert und kein zuverlässiges Mittel ist, um URLs aus dem Suchindex herauszuhalten. Außerdem kann eine noindex-Anweisung nur verarbeitet werden, wenn der Crawler die betreffende Seite aufrufen darf. developers.google.com
Vor dem Domainumzug sollten deshalb mindestens folgende Punkte kontrolliert werden:
- Die neue Domain ist über HTTPS erreichbar.
- Das TLS-Zertifikat ist gültig und vollständig konfiguriert.
- HTTP wird korrekt auf HTTPS weitergeleitet.
- www und non-www sind eindeutig vereinheitlicht.
- Indexierbare Seiten liefern den Status Code 200.
- Canonical-Tags verweisen auf die neuen finalen URLs.
- Es bestehen keine unbeabsichtigten noindex-Anweisungen.
- Die robots.txt blockiert keine wichtigen Seiten oder Ressourcen.
- Interne Links verwenden direkt die neue Domain.
- Hreflang-Angaben enthalten die neuen URLs.
- Strukturierte Daten verweisen auf die neue Domain.
- Bilder, PDFs und Downloads wurden übertragen.
- Formulare und Conversion-Strecken funktionieren.
- Analytics, Consent Management und Marketing-Tags sind aktiv.
- Der Server verfügt über ausreichende Kapazitäten.
Nach einem Website-Umzug kann Google die neue Domain vorübergehend intensiver crawlen. Der Server sollte diese erhöhte Belastung zuverlässig verarbeiten können. developers.google.com
Canonical-Tags, interne Links und strukturierte Daten
Weiterleitungen allein reichen für einen sauberen Domainumzug nicht aus. Alle weiteren technischen Signale müssen ebenfalls auf die neue Domain ausgerichtet werden.
Canonical-Tags auf den neuen Seiten sollten auf die jeweilige neue URL zeigen. Ein Canonical von der neuen Domain zurück auf die alte Domain sendet ein widersprüchliches Signal und kann die Indexierung verzögern. Google betrachtet permanente Redirects, Canonical-Tags und Sitemap-Einträge als Signale für die Auswahl der bevorzugten URL. developers.google.com
Auch alle internen Links sollten direkt auf die neuen URLs verweisen. Dazu gehören Navigation, Footer, Breadcrumbs, Teaser, Produktverknüpfungen, Sprachumschalter und Links innerhalb redaktioneller Inhalte.
Zusätzlich müssen strukturierte Daten geprüft werden. Unternehmensinformationen, Logos, Produkt-URLs, Breadcrumbs, Artikelangaben und andere Markups können absolute URLs enthalten. Auch Open-Graph-Tags, Social-Media-Metadaten, RSS-Feeds und Newsletter-Vorlagen sollten aktualisiert werden.
XML-Sitemap und Google Search Console
Für die neue Domain sollte eine aktuelle XML-Sitemap erstellt werden. Diese darf nur kanonische, indexierbare und mit Status Code 200 erreichbare URLs der neuen Domain enthalten. Vollständige absolute URLs sind dabei erforderlich. Google empfiehlt, in Sitemaps die URLs aufzuführen, die in den Suchergebnissen erscheinen sollen. developers.google.com
Die neue Sitemap wird anschließend in der Google Search Console eingereicht. Dadurch erhält Google einen zusätzlichen Hinweis auf die neuen URLs. Eine Sitemap garantiert zwar keine Indexierung, unterstützt Suchmaschinen aber bei der Erkennung und Verarbeitung der neuen Adressen.
Vor dem Umzug sollten sowohl die alte als auch die neue Domain in der Search Console verifiziert werden. Bei einem tatsächlichen Wechsel der Domain oder Subdomain sollte nach der Einrichtung und Prüfung der Redirects das Tool zur Adressänderung verwendet werden.
Das Change of Address Tool informiert Google darüber, dass eine Website dauerhaft von einer Domain auf eine andere umgezogen ist. Es ist nicht für reine HTTP-zu-HTTPS-Wechsel oder interne Pfadänderungen gedacht. Bei einer Domainmigration müssen auch relevante Varianten und Subdomains berücksichtigt und verifiziert werden. support.google.com
Wie lange müssen Weiterleitungen bestehen bleiben?
Google empfiehlt, Redirects bei einem Website-Umzug möglichst lange und grundsätzlich mindestens ein Jahr aktiv zu lassen. Dadurch erhält Google ausreichend Zeit, alte URLs erneut zu crawlen, die Weiterleitungen zu verarbeiten und Signale neu zuzuordnen. Aus Nutzersicht kann es sinnvoll sein, wichtige Weiterleitungen dauerhaft beizubehalten. developers.google.com
Auch die alte Domain sollte langfristig im Besitz des Unternehmens bleiben. Wird sie aufgegeben, kann sie von Dritten registriert und für unerwünschte oder betrügerische Inhalte verwendet werden. Die Verlängerung der bisherigen Domain ist im Verhältnis zu diesem Risiko normalerweise eine geringe Investition.
Monitoring nach dem Domainumzug
Mit dem Go-Live beginnt die wichtigste Kontrollphase. Rankings können vorübergehend schwanken. Starke oder anhaltende Verluste sollten jedoch untersucht werden.
In den ersten Tagen und Wochen sollten folgende Kennzahlen regelmäßig kontrolliert werden:
- organische Klicks und Impressionen
- Ranking-Entwicklung wichtiger Suchbegriffe
- Indexierung der neuen URLs
- Anzahl der noch sichtbaren alten URLs
- 404-Fehler und Soft-404-Meldungen
- Redirect-Ketten und Redirect-Schleifen
- Crawling-Aktivitäten in den Server-Logfiles
- Ladezeiten und Serverfehler
- organische Conversions und Umsätze
- Funktion von Formularen und Tracking
Die Leistungsberichte der Google Search Console zeigen unter anderem Klicks, Impressionen, Klickrate und Positionen. Diese Daten sollten vor und nach dem Domainumzug miteinander verglichen werden. support.google.com
Wichtige externe Links sollten nach Möglichkeit direkt auf die neue Domain geändert werden. Dazu gehören Branchenverzeichnisse, Partnerseiten, Presseportale, Social-Media-Profile, Google-Unternehmensprofile und stark frequentierte Backlinks. Der Links-Bericht der Search Console kann bei der Identifikation wichtiger Verlinkungen helfen, stellt aber keine vollständige Liste aller Backlinks dar. support.google.com
Checkliste für einen erfolgreichen Domainumzug
- SEO-, Traffic-, Ranking- und Conversion-Daten sichern.
- Vollständiges URL-Inventar erstellen.
- Backlinks und wichtige Landingpages erfassen.
- Historie der neuen Domain prüfen.
- Für jede alte URL ein passendes neues Ziel definieren.
- Permanente serverseitige Redirects vorbereiten.
- Weiterleitungsketten und Schleifen vermeiden.
- Inhalte, Bilder, PDFs und Downloads vollständig übertragen.
- Canonical-Tags, Hreflang und strukturierte Daten aktualisieren.
- Interne Links auf die neue Domain umstellen.
- robots.txt und noindex-Anweisungen kontrollieren.
- Neue XML-Sitemap erstellen und prüfen.
- Alte und neue Domain in der Search Console verifizieren.
- Tracking, Consent Management und Conversion-Messung testen.
- Redirects automatisiert vor und nach dem Go-Live prüfen.
- Adressänderung in der Search Console melden.
- Externe Profile, Anzeigen und wichtige Backlinks aktualisieren.
- Rankings, Crawling, Indexierung und Conversions überwachen.
- Redirects mindestens ein Jahr, besser dauerhaft aktiv lassen.
- Die alte Domain weiterhin registriert halten.
Häufige Fragen und Antworten zum Domainumzug
Verliert eine Website durch einen Domainumzug ihre Rankings?
Vorübergehende Schwankungen sind möglich und laut Google bei größeren Umzügen normal. Bei korrektem URL-Mapping, permanenten Redirects und konsistenten technischen Signalen können bestehende Rankings und Signale weitgehend auf die neue Domain übertragen werden. Eine Garantie für identische Positionen gibt es jedoch nicht.
Welcher Redirect ist für einen Domainumzug richtig?
Für einen dauerhaften Domainumzug sollten in der Regel permanente serverseitige Weiterleitungen mit Status Code 301 oder 308 verwendet werden. Temporäre Status Codes wie 302 oder 307 sind nur für tatsächlich vorübergehende Änderungen gedacht.
Kann ich alle alten URLs auf die neue Startseite weiterleiten?
Nein. Jede alte URL sollte auf die fachlich passendste neue Seite verweisen. Eine pauschale Weiterleitung vieler unterschiedlicher Inhalte auf die Startseite kann als Soft-404 bewertet werden und ist außerdem für Nutzer wenig hilfreich.
Sollten Domainumzug und Relaunch gleichzeitig stattfinden?
Wenn möglich, sollten Domainwechsel, CMS-Wechsel, Design-Relaunch und umfangreiche strukturelle Änderungen getrennt durchgeführt werden. Dadurch lassen sich Risiken reduzieren und mögliche Fehler leichter zuordnen.
Wie lange dauert ein Domainumzug bei Google?
Das hängt von der Anzahl der URLs, der Crawling-Frequenz, der Serverleistung und der technischen Umsetzung ab. Bei kleinen und mittelgroßen Websites kann die Umstellung mehrere Wochen dauern. Große Websites benötigen häufig mehr Zeit.
Muss die alte Domain erhalten bleiben?
Ja. Die alte Domain sollte weiter registriert bleiben und die Redirects ausliefern. Dadurch bleiben alte Links und gespeicherte URLs funktionsfähig. Gleichzeitig verhindern Sie, dass Dritte die bisherige Domain übernehmen.
Was passiert mit Seiten, für die es keinen Ersatz gibt?
Existiert kein fachlich passendes neues Ziel, sollte nicht automatisch auf die Startseite weitergeleitet werden. In diesem Fall kann ein korrekter Status Code 404 oder 410 sinnvoll sein.
Welche Rolle spielt das Alter der neuen Domain?
Das reine Registrierungsalter ist nicht der einzige entscheidende Faktor. Wichtiger sind die bisherige Nutzung, die Backlink-Historie, mögliche Spam-Signale und die thematische Eignung. Eine gebrauchte Domain muss deshalb umfassend geprüft werden.
Muss ich die XML-Sitemap ändern?
Ja. Die neue Sitemap sollte ausschließlich die kanonischen und indexierbaren URLs der neuen Domain enthalten. Sie sollte nach dem Go-Live in der Google Search Console eingereicht werden.
Muss der Domainumzug in der Google Search Console gemeldet werden?
Bei einem Wechsel von einer Domain oder Subdomain auf eine andere sollte nach der Einrichtung der Redirects das Tool zur Adressänderung verwendet werden. Für interne Pfadänderungen oder einen reinen Wechsel von HTTP auf HTTPS ist das Tool nicht vorgesehen.
Wann ist ein Domainumzug erfolgreich abgeschlossen?
Ein Domainumzug ist erfolgreich, wenn die neuen URLs zuverlässig indexiert werden, die alten URLs korrekt weiterleiten, Rankings und organischer Traffic stabil sind und keine relevanten technischen Fehler mehr auftreten. Die Nachkontrolle sollte dennoch über mehrere Monate fortgeführt werden.
Domainumzug mit Viucom sicher planen und umsetzen
Ein Domainumzug ist kein gewöhnlicher administrativer Vorgang. Er verbindet technische Entwicklung, Serverkonfiguration, SEO, Webanalyse, Content-Management und strategische Planung. Fehler können sich direkt auf Sichtbarkeit, Leads und Umsatz auswirken.
Als Viucom Digitalagentur verfügen wir über langjährige Erfahrung in den Bereichen SEO, Webentwicklung und technische Suchmaschinenoptimierung. Wir haben bereits große und komplexe Domainumzüge begleitet und wissen, welche Details vor, während und nach einer Migration entscheidend sind.
Wir unterstützen Sie unter anderem bei der SEO-Analyse, beim URL-Mapping, bei der Entwicklung der Redirect-Strategie, bei technischen Tests, bei der Konfiguration der Google Search Console und beim Monitoring nach dem Go-Live.
Als Digitalagentur Viucom stehen wir Ihnen mit langjähriger Erfahrung und hoher technischer Expertise bei allen Fragen rund um den Domainumzug gerne zur Verfügung. Wenn Sie einen Domainwechsel planen oder bei einem bereits durchgeführten Umzug Unterstützung benötigen, freuen wir uns über Ihre Kontaktanfrage.
Quellen
- Google Search Central: Site Moves and Migrations
- Google Search Central: Changing Your Web Hosting and SEO
- Google Search Central: Redirects and Google Search
- Google Search Console Hilfe: Change of Address Tool
- Google Search Central: Build and Submit a Sitemap
- Google Search Central: Canonical URLs und Duplicate Content
- Google Search Central: Robots.txt Introduction and Guide
- Google Search Central: Robots Meta Tags Specifications
- Google Search Console Hilfe: Manual Actions Report
- Google Search Console Hilfe: Links Report
- Google Search Console Hilfe: Performance Reports
- RFC Editor: RFC 9110 HTTP Semantics
- ICANN: Registration Data Lookup Tool